1.4 Wichtigste Diagnoseverfahren
Anamnese
Die wichtigste Grundlage der Diagnose ist die Krankengeschichte des Patienten, insbesondere die Schilderung des Anfalls. Allein durch die sorgfältige Anamnese kann in den meisten Fällen die Art der Anfälle klassifiziert und bei Vorliegen einer Epilepsie die Zuordnung zu einem bestimmten Epilepsiesyndrom getroffen werden. Durch weitere Untersuchungen wird diese erste Verdachtsdiagnose bestätigt oder muss noch einmal korrigiert werden. Zu diesen Untersuchungen gehören EEG und MRT, auch Untersuchungen auf bestimmte Stoffwechselstörungen oder spezielle Untersuchungen des Gehirns (wie z.B. PET/SPECT).
Hirnstromuntersuchung (EEG)
Mithilfe des EEG können die Gehirnströme des Patienten als Kurven, ähnlich wie beim EKG, aufgezeichnet werden (oft auch mit parallel laufender Video-Aufzeichnung des Patienten). Das Aussehen dieser Kurven (Amplitude und Frequenz der Ausschläge) ist abhängig vom Alter und der Wachheit des Patienten. Bei bestimmten Epilepsieformen findet man ganz charakteristische Muster im EEG. Dabei werden auch Provokationsverfahren wie z.B. Hyperventilation oder Lichtblitze eingesetzt. Manchmal ist auch das EEG im Schlaf bzw. beim Einschlafen für den Arzt sehr aufschlussreich oder aber eine Aufzeichnung über 24 Stunden und länger notwendig.
Kernspintomographie (MRT)
Die Kernspintomographie ermöglicht es, die Struktur des Gehirns darzustellen. Hierbei können Fehlbildungen, Reifungsstörungen, Verletzungen und Tumore festgestellt werden, die die Ursache für symptomatische Epilepsien sein können.
Weitere Untersuchungen
Stoffwechseluntersuchungen oder andere spezielle Untersuchungen können im Einzelfall hilfreich sein, um die Ursache der Anfälle festzustellen oder das Behandlungskonzept abzusichern.

