1.7 Erste Hilfe
Obwohl ein großer epileptischer Anfall (Grand-Mal-Anfall) immer sehr bedrohlich aussieht, ist er für den Betroffenen selten lebensgefährlich. Gefahr droht allenfalls beim Hinfallen durch dabei entstehende Verletzungen oder durch falsche "Hilfeleistung".
Ein besonnener Ersthelfer sollte
- Ruhe bewahren,
- den Zeitpunkt des Anfallsbeginns registrieren, auf die Uhr sehen,
- den Betroffenen möglichst liegen lassen,
- um den Patienten herum Platz freimachen oder ihn aus der Gefahrenzone ziehen,
- beengende Kleidungsstücke (Schal, Halstücher etc.) lockern/öffnen, Brille abnehmen,
- den Kopf möglichst auf eine weiche, aber flache Unterlage betten,
- nach dem Anfall den Betroffenen in die stabile Seitenlage nach links bringen, vor Unterkühlung schützen und betreuen, bis er wieder ganz wach ist,
- das Anfallsende registrieren.
Keinesfalls sollte man
- Gegenstände in den Mund stecken, um Zungenbisse zu vermeiden,
- zuckende Gliedmaßen festhalten,
- versuchen den Mund zu öffnen, um zu "beatmen",
- Stimulationsversuche unternehmen durch Schläge, Kalt-Wasser-Anwendung und dergleichen.
Nur wenn ein Anfall länger als 5 Minuten dauert oder wenn mehrere (große) Anfälle hintereinander auftreten, muss sofort ein Arzt gerufen oder der Patient ins Krankenhaus gebracht werden.
Alle anderen epileptischen Anfälle erfordern keine besonderen Erste-Hilfe-Maßnahmen.
Wichtig sind jedoch immer der Zuspruch, die Betreuung und das besondere Gespür für die Würde des Kranken.
Letzte Aktualisierung: 08.04.2011

