2.5 Sportunterricht

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Eine regelmäßige sportliche Betätigung ist für alle Menschen gesund. Auch Kinder und Jugendliche mit Epilepsie können fast alle Sportarten weitgehend gefahrlos ausüben und sollten sich auch von übervorsichtigen Lehrkräften, Eltern, Ärzten, Übungsleitern oder Vereinstrainern nicht vorschnell davon abbringen lassen.
Kinder mit Epilepsie können und sollen Sport treiben! Körperliche Aktivität führt nicht zu Anfallshäufungen!
Die Integration in den Sportunterricht ist auch aus sozialen Gesichtspunkten unerlässlich.
Wenn seit längerer Zeit Anfallsfreiheit besteht, gibt es keinen Grund für Einschränkungen. Bei häufig auftretenden Anfällen müssen in Abhängigkeit von der Art der Anfälle, einer tageszeitlichen Bindung oder bestimmten Auslösefaktoren die Art und das Ausmaß der sportlichen Aktivitäten überdacht werden.
Eine generelle Sportbefreiung sollte nicht ausgesprochen werden. Macht die individuelle Anfallsform dennoch eine Befreiung notwendig, so sollte ein detailliertes Attest eines Facharztes (Epileptologe, Neuropädiater, Neurologe), nicht des Hausarztes, vorgelegt werden.
Im Allgemeinen gilt:
- Vorsicht beim Schwimmen!
Notwendig ist in der Regel eine eigene Aufsichtsperson (bei Bedarf kann im Rahmen der Eingliederungshilfe ein Integrationshelfer beim zuständigen Sozialamt beantragt werden), da bei bestimmten Anfallsformen ein lautloses Ertrinken möglich ist. Sie soll gewährleisten, dass das Kind bei einem Anfall sofort aus dem Wasser geholt wird. Als zusätzliche Sicherungsmaßnahmen können Schwimmhilfen eingesetzt werden, die den Kopf über Wasser halten (z.B. Schwimmkragen). Zur Beobachtung ist z.B. eine auffallende Bademütze sehr hilfreich.
Erhöhte Gefahr besteht beim Schwimmen in trüben Gewässern oder bei Strömung, da hier Rettungsmaßnahmen erheblich erschwert werden. Wasser ist jedoch im Allgemeinen nicht anfallsauslösend, insbesondere kaltes Wasser nicht. - Vorsicht bei Absturzmöglichkeit aus großer Höhe!
Klettern am Seil oder der Stange ohne Absicherung über die Höhe der Hilfestellung hinaus sollte vermieden werden, Klettern mit Sicherungsmaßnahmen in einer Kletterhalle oder im Freien ist möglich. Auch Geräteturnen mit Hilfestellung und einer dicken Matte stellt in der Regel kein Problem dar. - Vorsicht vor Erschütterungen des Kopfes!
Kopfbälle sind generell im Kindesalter ungünstig, da es zu Gehirnerschütterung mit ihren Folgen kommen kann. Dies gilt umso mehr für Kinder mit Epilepsie. Boxen sollte im Kindeshalter ohnehin tabu sein.

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Normalerweise problemlos sind Leichtathletik, Bodenturnen, Ballspiele (außer Kopfballtraining).
Infos
Eine gute Übersicht über die einzelnen Sportarten mit den empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen für Epilepsie-Patienten sind in der Broschüre „Sport bei Anfallskrankheiten“ von Dr. Christian Lipinski zu finden – diese steht im Internet als PDF-Download unter www.epilepsie-forum.de zur Verfügung.

