Behandlungsalternative in Bayreuth

Für die Patienten ist es ein kurzer und schonender Eingriff. Dahinter steckt ein hoher technischer Aufwand.
So sieht das implantierte VNS-Gerät aus.

In der Klinik Hohe Warte Bayreuth ist jetzt erstmals eine Epilepsie-Patientin mit dem sogenannten Vagusnerv-Stimulator versorgt worden. Die Behandlung führten Spezialisten aus der Klinik für Neurologie, die unter der Leitung von Prof. Dr. Patrick Oschmann steht, und der Klinik für Neurochirurgie, die von Dr. Axel Trost geleitet wird, in Zusammenarbeit durch.

Das Therapieverfahren mittels Vagusnerv-Stimulator empfehlen Mediziner Patienten, bei denen die gängigen Medikamente das Anfallsleiden nicht ausreichend reduzieren und ein epilepsiechirurgischer Eingriff am Gehirn nicht möglich ist. Mehr als 100.000 Patienten weltweit wurden mit diesem alternativen Therapieverfahren bereits behandelt.

Bei etwa der Hälfte aller Patienten reduzierte der Vagusnerv-Stimulator deren Anfallsfrequenz um bis zu 75 %. Bei vielen setzt dieser Effekt aber erst nach mehr als einem halben Jahr ein. Nachweislich wirkt sich der Stimulator positiv auf Menschen aus, die zusätzlich an einer Depression leiden. Der Vagusnerv-Stimulator ist ein batteriebetriebener Taktgeber, ähnlich einem Herzschrittmacher, der unterhalb des linken Schlüsselbeins unter der Haut eingesetzt wird. Mit einem kleinen Kabel wird der linke Vagusnerv am Hals mit dem Stimulator verbunden. Die Operation dauert ca. ein bis zwei Stunden. Die Stimulation erfolgt dann nicht kontinuierlich, sondern in Intervallen, beispielsweise alle fünf Minuten für 30 Sekunden. Über den Vagusnerv werden die elektrischen Reizungen an das Gehirn weitergeleitet. Dort beeinflussen die Impulse die Erregbarkeit der Nervenzellen, wodurch die Anfallsreduktion erreicht werden kann. Nach etwa fünf bis zehn Jahren muss in einer kleinen Operation die Batterie ausgetauscht werden.

Nach der Indikationsstellung durch Dr. Heinrich Jörg, Oberarzt im Epilepsiezentrum der Klinik Hohe Warte, erfolgt die Implantation durch Dr. Michal Lajcak und Jürgen Kloss, Oberärzte der Klinik für Neurochirurgie. „Die neue Methode etablieren wir jetzt gemeinsam, damit wir unseren Epilepsie-Patienten ein noch breiteres Behandlungsspektrum anbieten können“, betonen die Ärzte.

Christiane Fräbel,
Pressesprecherin Klinikum Bayreuth

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Hohe Warte 8
95445 Bayreuth
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Bilder – Quelle: Klinikum Bayreuth