Sexualität, Verhütung, Kinderwunsch
Auch für junge Menschen mit Epilepsie ist Sexualität, Verhütung und Kinderwunsch ein wichtiges Thema. Die meisten Menschen mit Epilepsie haben ein ganz normales Sexualleben. Sollten dennoch Probleme auftreten, so kann gemeinsam mit dem Arzt nach den Ursachen geforscht werden. Es kann sein, dass bei einigen Medikamente eine Abnahme des sexuellen Verlangens als Nebenwirkung auftritt, man Störungen beim Orgasmus hat oder ganz einfach zu müde ist. Im nächsten Schritt ist zu überlegen, ob die Störungen durch die Epilepsie verursacht werden oder durch die Medikamente, bzw. ob psychische Gründe vorliegen. Erst danach kann mit geeigneten Mitteln Abhilfe geschaffen werden, sei es durch Änderung der Medikamente oder durch Psychotherapie. Manchmal können auch Mittel gegen Potenzstörungen nützlich sein. In jedem Fall sollte man das vertrauensvolle Gespräch mit seinem Arzt suchen.
Bei der Verhütung von Schwangerschaften muss das Verhütungsmittel sehr sorgfältig ausgewählt werden, da einige Medikamente die „Pille“ so abschwächen können, dass trotz allem eine Schwangerschaft auftreten kann (Carbamazepin, Ethosuximid, Felbamat, Oxcarbazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Primidon, Topiramat). Eine Lösung für dieses Problem ist die Gabe von „Pillen“ mit höherem Hormongehalt – vor allem der Gestagenanteil ist dabei wichtig, das Einsetzen von hormonhaltigen Stäbchen (enthalten nur Gestagen) in den Oberarm oder der Wechsel auf andere Verhütungsmethoden. Anzeichen einer verminderten Wirksamkeit der Pille können auftretende Zwischenblutungen sein, dann sollte man den Arzt um Rat fragen.
Eine Schwangerschaft sollte gerade bei Epilepsiepatientinnen gut geplant werden um mögliche Probleme für Mutter und Kind möglichst gering zu halten. Bei einer geplanten Schwangerschaft kann im Vorfeld die Medikation optimiert und/oder eine vorsorgliche Folsäuregabe eingeleitet werden. Gerade in den ersten Wochen der Schwangerschaft ist die Gefahr einer Schädigung des Ungeborenen am größten, daher sollte bei einer ungeplanten Schwangerschaft auch nicht von Heute auf Morgen die Medikation abgesetzt oder verändert werden. Wichtig ist eine engmaschige Überwachung durch den Arzt.
Quellen:
Epilepsie und Kinderwunsch – Prof. Dr. Bettina Schmitz
Vademecum Antiepileptikum 2005/2006 - Dr. H. Schneble
Das große Trias-Handbuch Epilepsie – Dr. Günter Krämer

