2010: Epilepsie & Jung? - Epikurier

Editorial

Jugendlich und Epilepsie - da ist man eine Herausforderung für alle!

Erwachsenwerden ist eine Serie von Kämpfen - auch Machtkämpfen,
Grenzen erfahren bringt auch andere an ihre Grenzen. Der schwierige Balanceakt „Festhalten und Loslassen“ polarisiert in Alltagssituationen, erfordert taktvolle Begleitung und sucht nach vertrautem „Sich begleiten lassen“.

Diese Sonderausgabe unseres epiKurier haben wir dem Lebensabschnitt „Jugend“ gewidmet und aus vielen, aber nicht allen möglichen Perspektiven betrachtet.

Hinweisen möchten wir an dieser Stelle auf den von Susanne Rudolph herausgegebenen Band „Ein beinahe fast normales Leben“ mit Selbstzeugnissen junger Menschen (-> siehe Literatur). Viele Informationen bieten auch die Veranstaltungen der Gemeinschaftsinitiative Epilepsien mit dem Titel „Junge Menschen mit einer Epilepsie ... besser verstehen“ in verschiedenen Bundesländern.

Erwachsenwerden und Erwachsensein mit einer Epilepsie ist zweifellos schwierig. Unterschiedlichste Probleme werden in der Öffentlichkeit, bei Betroffenen und bei Angehörigen durch unreflektierte und tief sitzende Vorurteile, auch durch fehlende Informationen, „angedichtet“.

Sachliche Information über die Krankheit und ihr psychosoziales Beziehungsgefüge, vor allem aber das Wissen um die Hilfen durch unsere unabhängigen psychosozialen Beratungsstellen für Menschen mit Epilepsien, durch die Selbsthilfe und durch das so geknüpfte Netzwerk kann gerade in dieser Lebensphase helfen, das Leben als lebenswert und nicht als bedrohlich, als „beinahe fast normal“ anzusehen.

Unsere Sonderausgabe will junge Menschen in ihrem Willen nach Standortbestimmung und Sinnfindung ermutigen – mit einem Augenzwinkern auch im Sinne einer liebenswerten Spruchweisheit von Paul Watzlawik: „Reife ist jene Fähigkeit, etwas zu tun, obwohl es die Eltern empfohlen haben.“

Das Redaktionsteam

Wir bedanken uns sehr herzlich für die freundliche Unterstützung dieser epiKurier-Sonderausgabe durch die Techniker Krankenasse.