Bericht 5 Jahre Epilepsieberatung Passau 11.11.06 - Epikurier

5 Jahre Epilepsie Beratung Niederbayern

Epilepsie-Seminar am 11. November 2006 an der Universität in Passau

 

Foto: v.l.: Chefarzt Dr. Emmert (Klinikum Passau), Ulrike Jungwirth (Epilepsie Beratung Niederbayern), Dr. Jörg (Klinikum Passau), Dr. Krämer (Schweizerisches Epilepsiezentrum Zürich), Prof. Dr. Staudt (Kinderklinik Dritter Orden Passau)

Zu ihrem 5-jährigen Bestehen sowie anlässlich des Tags der Epilepsie veranstaltete die Epilepsie Beratung Niederbayern am 11. November 2006 ein Epilepsie-Seminar an der Universität in Passau. Der Titel der Gemeinschaftsveranstaltung lautete „Epilepsien in der Adoleszenz und im höheren Lebensalter“. Organisatoren waren neben der Epilepsieberatungsstelle, die Kinderklinik Dritter Orden Passau sowie die Neurologische Klinik am Klinikum Passau. Geladen waren zahlreiche  Kooperationspartner, wie die Klinik für Neurologie am Klinikum Landshut, die Asklepios Klinik Schaufling, die Klinik für Neurologie am Bezirksklinikum Mainkofen, die Klinik Angermühle/ Deggendorf, die Kinderklinik Deggendorf, die Kinderklinik St. Marien/ Landshut, niedergelassene Neurologen, Allgemeinärzte sowie Integrationsfachdienste des Regierungsbezirkes.
Herr Dr. Emmert, Chefarzt der neurologischen Klinik am Klinikum Passau und Mitorganisator der Veranstaltung begrüßte die Gäste und moderierte durch das Programm. Er hob die Bedeutung der psychosozialen Beratung für epilepsiekranke Menschen hervor.


Ulrike Jungwirth, Leiterin der Epilepsieberatungsstelle, dankte den Anwesenden zunächst in ihrer Ansprache für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren und gab einen kurzen Einblick in die  verschiedenen Tätigkeitsbereiche der Beratungsstelle. Sie zeigte die stetige Zunahme der Beratungsanfragen im Verlauf ihrer Arbeit auf und wies gleichzeitig darauf hin, dass ältere Betroffene die Beratungsstelle bisher nur in Einzelfällen genutzt hätten. Obgleich Senioren ab dem 60. Lebensjahr mittlerweile die „Haupt-Neuerkrankungsgruppe“ bei den Anfallskranken darstellten, sei das Krankheitsbild Epilepsie gerade bei der älteren Generation immer noch ein Tabuthema, wogegen es aktiv anzugehen gelte.
Anhand eines Fallbeispieles bzgl. eines Jugendlichen mit einer „Juvenilen myoklonischen Epilepsie“, veranschaulichte sie die Möglichkeiten und Stärken der Epilepsieberatungsstelle. Sie wies darauf hin, wie wichtig eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen (Fach-) Ärzten, Fachdiensten, Behörden und der Beratungsstelle für eine optimale medizinische und psychosoziale Betreuung der Betroffenen sei. Mit Hilfe einer interdisziplinären Vernetzung könne ein wesentlicher Beitrag zur gleichberechtigten Teilhabe von epilepsiekranken Menschen am Leben in der Gemeinschaft geleistet werden.  
Ein großes Dankeschön ging vor allem an Herrn Dr. Kurt Fürnthaler, Ministerialrat a. D. sowie an Frau Renate Windisch, Vorsitzende des Landesverbandes Epilepsie Bayern e. V. Durch deren unermüdliches Engagement konnte in Bayern zunächst im Modellprojekt die Epilepsieberatungsstelle in München und schließlich im gesamten Bundesland pro Regierungsbezirk (mit Ausnahme von Schwaben) eine psychosoziale Beratungsstelle für epilepsiekranke Menschen eingerichtet werden.


Höhepunkt der Veranstaltung waren drei fachärztliche Vorträge:
Zum Krankheitsbild der Juvenilen Myoklonischen Epilepsie referierte Herr Prof. Dr. F. Staudt, der Ltd. Chefarzt der Kinderklinik Dritter Orden in Passau und „Mitbegründer“ der Epilepsieberatungsstelle dort. Durch seine Bemühungen konnte die Beratungsstelle für die Region  Niederbayern im Oktober 2001 an die Kinderklinik Dritter Orden in Passau und somit auch an das  Klinikum Passau mit seiner Erwachsenen-Neurologie angebunden werden, da die beiden Kliniken  trotz unterschiedlicher Trägerschaft räumlich miteinander verbunden sind.
Herr Dr. Krämer, Medizinischer Direktor des Schweizerischen Epilepsie-Zentrums Zürich und „Ehrengast“ an diesem Fortbildungsnachmittag, trug sehr anschaulich anhand von Fallbeispielen Ursachen, Anfallsformen und Differentialdiagnosen der Epilepsien im höheren Lebensalter vor. Ergänzend dazu zeigte Herr Dr. H. Jörg, Neurologe an der Neurologischen Abteilung am K

linikum Passau die Besonderheiten der Pharmakotherapie von Epilepsien im höheren Lebensalter auf.


Ulrike Jungwirth, Epilepsie Beratung Niederbayern

 

Epilepsie Beratung Niederbayern
Bischof-Altmann-Str. 9
94032 Passau
Tel.: 0851/7205-207
Fax.: 0851/7205-99-207
epilepsie(at)kinderklinik-passau.de
www.kinderklinik-passau.de/epilepsie/epilepsie.htm

 

Außensprechtage am Bezirksklinikum Mainkofen sowie an der Kinderklinik St. Marien in Landshut