Substitution – die Zweite: „Nein, danke!“ - Epikurier

Substitution – die Zweite: „Nein, danke!“

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Wie bereits in der epiKurier-Ausgabe 1-2014 berichtet, wurde im September vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die Aufnahme der beiden ersten Medikamente in die Substitutionsausschlussliste beschlossen(darunter u. a. Phenytoin).

In diese Liste sollen laut Koalitionsvertrag Arzneimittel aufgenommen werden, bei denen grundsätzlich nicht ausgetauscht (= substituiert), werden darf, sondern die genauso vom Apotheker an den Patienten abgegeben werden müssen, wie sie vom Arzt verordnet werden.

Nach schwierigen Verhandlungen beschloss der G-BA im April 2016 die Aufnahme weiterer Arzneimittel, die generell nicht durch ein wirkstoffgleiches Präparat ersetzt werden dürfen.

Darunter befinden sich auch weitere zur Behandlung von Epilepsie eingesetzte Wirkstoffe:

  • Phenobarbital (Tabletten)
  • Primidon (Tabletten)
  • Carbamazepin (Retardtabletten)
  • Valproinsäure (Retardtabletten)

Und wie sieht es bei den anderen Antiepileptika aus? Hier weist Prof. Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA, darauf hin, dass „unbenommen davon aber für jeden Arzt die Möglichkeit besteht, die gegenseitige Ersetzung durch ein wirkstoffgleiches Arzneimittel aufgrund patientenindividueller und erkrankungsspezifischer Aspekte auszuschließen“.

Ob weitere Medikamente Epilepsie-Medikamente in einem nächsten Schritt folgen, steht zum heutigen Zeitpunkt noch nicht fest. Wir werden aber über jede diesbezügliche Änderung bzw. Ergänzung der Substitutionsausschlussliste berichten.

Doris Wittig-Moßner, Nürnberg