Starke Gemeinschaft und neue Therapie-Hoffnungen:
Rekordbeteiligung bei der 9. Dravet-Familienkonferenz
Vom 16. bis 18. Mai 2025 trafen sich rund 200 Betroffene, Angehörige und Fachleute in Frankfurt am Main, um neueste Forschungsergebnisse zu Gentherapien und Medikamenten zu diskutieren, praxisnahe Workshops zu erleben und sich im intensiven Austausch zu stärken.
Die 9. Familienkonferenz des Dravet-Syndrom e. V. versammelte rund 200 Teilnehmer im Leonardo Hotel Frankfurt – so viel wie nie zuvor. Vorständin Dr. Silke Flege eröffnete die Konferenz mit einem Überblick zu den verschiedenen Anfallsformen beim Dravet-Syndrom. Im Anschluss gab Prof. Dr. Adam Strzelczyk spannende Einblicke in Studienergebnisse zu den Wirkstoffen Bexicaserin und Soticlestat und präsentierte erste Daten zu autonomen Störungen bei diesem Syndrom. Darauf aufbauend stellte Prof. Dr. Alexandra Klotz die jüngsten Fortschritte in krankheitsmodifizierenden Gentherapien vor – etwa Zorevunersen und ETX-101, große Hoffnungsträger für Betroffene. Prof. Dr. Peter Martin referierte zu Diagnostik, Therapiemöglichkeiten und Hilfestellungen bei Verhaltensauffälligkeiten.
Praktische Hilfen und lebhafter Austausch
Am Nachmittag vermittelte Rechtsanwältin Anna Mehlmann von der Kanzlei Special Needs in ihrem Workshop, wie man strukturierte Widersprüche an Krankenkassen formuliert. Dabei lag der Schwerpunkt auf Hilfsmittelversorgung und außerklinischer Intensivpflege (AKI).
Danach lud der Medizinische Beirat zu einer Fragerunde ein, in der diverse Themenbereiche intensiv diskutiert wurden. Das Samstagsprogramm endete mit der Mitgliederversammlung des Vereins.
Der Sonntag startete nach dem gemeinsamen Frühstück mit drei interaktiven Workshops: Notfall- und Reanimationstraining, Austausch »Neue Eltern × Alte Hasen« sowie praxisorientierte Sessions zu digitalem Anfalls-Monitoring und Checklisten für den Familienalltag.
Die Stimmung war hervorragend und die Plattform für den persönlichen Austausch wurde intensiv genutzt: »Es war wundervoll! Ganz herzlichen Dank an unseren ehrenamtlichen Vorstand und das gesamte Team für all eure Arbeit, ohne die diese Konferenz nicht so professionell und gewinnbringend stattfinden könnte! Respekt!« sagte eine Teilnehmerin am Ende der Veranstaltung.
Gemeinsam stark
Vorstandsvorsitzende Serpil Budak zog ein begeistertes Fazit: »Die Offenheit und das Fachwissen aller Beteiligten haben mich wieder tief beeindruckt. Dieses Zusammenkommen stärkt uns als Gemeinschaft und gibt neue Kraft für die Zukunft.« Auch Dr. Silke Flege betonte: »Der direkte Austausch mit Betroffenen und Fachkollegen liefert uns frische Impulse – fachlich wie persönlich. Gemeinsam setzen wir uns weiter für bessere Therapien und Unterstützung ein.«
Die nächste Familienkonferenz findet im Mai 2027 statt – für Mitglieder des Dravet-Syndrom e. V. kostenfrei!
Das Dravet-Syndrom
Das Dravet-Syndrom ist eine schwere, frühkindliche Epilepsieform, die teils gravierende geistige wie körperliche Einschränkungen mit sich bringt. Sie basiert zu 80 % auf einem Gendefekt am SCN1a-Gen und gehört zu den seltenen Erkrankungen (1:15.500).
Der Dravet-Syndrom e. V. unterstützt betroffene Familien und setzt sich für Projekte zur Erforschung und Therapie des Syndroms ein.
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