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Filmpremiere des Medienprojekts Wuppertal zum Thema „Leben mit Epilepsie“


Im November 2012 startete das Medienprojekt Wuppertal (s. Kasten) mit einem Aufruf „Teilnehmer/innen gesucht…“ ein Videoprojekt zum Thema Leben mit Epilepsie. Filmemacher Sebastian Bergfeld suchte Menschen, die vor der Kamera über ihr Leben mit Epilepsie sprechen wollten. Und wie das am 21. Oktober im Cinemaxx Wuppertal vorgestellte Ergebnis bewies, war er damit sehr erfolgreich. Mehr als 17 Menschen sprechen im Hauptfilm oder im Bonusmaterial über ihre Erfahrungen mit der Erkrankung. Sowohl Selbstbetroffene als auch Angehörige kommen zu Wort.

Nadine, die Mutter der kleinen Marla, die am Dravet-Syndrom erkrankt ist, Helena (17), die sich ihr eigenes Leben mit Epilepsie selbstbewusst aufbaut, Kerstin (32), die nach mehreren Autounfällen, an die sie sich nicht erinnern kann, die Diagnose Epilepsie bekommt, und Dieter (71), der seit seinem 14. Lebensjahr an Epilepsie erkrankt ist, sind die Hauptfiguren der fast 90-minütigen Dokumentation. Ergänzt wird der Hauptfilm durch 146 Minuten Bonusmaterial. Kleinere Filme, in denen z. B. Themen wie Operation, SUDEP, Berufstätigkeit, Arbeitslosigkeit, Selbsthilfe usw. aufgegriffen werden.

Einfühlsam und ohne Effekthascherei gibt Bergfeld Einblicke in das Leben seiner Gesprächspartner. Erlebnisse und Erfahrungen, Gefühle und Ängste, Wünsche und Hoffnungen, Probleme und Lösungen werden für das Publikum spürbar und auch nachvollziehbar. Die Situation epilepsiebetroffener Menschen wird nicht nur problemzentriert dargestellt, auch die heiteren Seiten in ihrem Leben werden gezeigt, wie die Lacher an manchen Stellen des Films verrieten.

In der anschließenden Diskussion, die vom Leiter des Medienprojekts, Andreas von Hören, sensibel, feinfühlig, aber auch mit einem Quäntchen Humor moderiert wurde, stellten sich die Protagonisten, Nadine, Helena, Kerstin und Dieter den Fragen der Zuschauer. Besonders die abgeklärte und selbstbewusste Haltung der jungen Helena beeindruckte die Zuschauer sehr. Auch etliche selbstbetroffene Zuschauer und Angehörige von Menschen mit Epilepsie meldeten sich zu Wort und schilderten ihre Erfahrungen mit der Krankheit. Emotional sehr berührend war z. B. die Geschichte einer Mutter, deren Tochter viele Jahre Anfälle hatte und schließlich starb. Mehrere Betroffene diskutierten, wie sie ihre Auren erleben, ob sie lieber längere oder kürzere Auren hätten und ob sie die Auren für sich nutzen können.

Schon allein diese intensive Diskussion zeigte, wie wichtig dieser Film ist. Insgesamt ein rundum gelungener Film, der hoffentlich noch oft öffentlich aufgeführt wird.

Susanne Fey, Wuppertal


Die DVD ist beim Medienprojekt Wuppertal erhältlich:
Kaufpreis 30,– €, Ausleihe 10,– €,
Versand per Rechnung zuzüglich einer Versandkostenpauschale von 3,– € innerhalb Deutschlands bzw. 5,– € ins Ausland. Der Kauf bzw. die Ausleihe berechtigt zur öffentlichen Vorführung und zum nichtgewerblichen Verleih. Der Film ist ab 0 Jahre freigegeben.

Kontakt:

Medienprojekt Wuppertal
Hofaue 59
42103 Wuppertal
Telefon: 0202 5632647
Fax: 0202 4468691
E-Mail: info(at)medienprojekt-wuppertal.de

Medienprojekt Wuppertal

Das Medienprojekt Wuppertal konzipiert und realisiert seit 1992 erfolgreich Modellprojekte aktiver Jugendvideoarbeit unter dem Motto »das bestmögliche Video für das größtmögliche Publikum«.
Produktive Standbeine des »Medienprojektes Wuppertal« sind:

  • Das regelmäßig erscheinende Jugendvideomagazin »borderline«
  • Thematische Videoworkshops und Videoaktionswochen
  • Doku-Soaps
  • Thematische Dokumentationen
  • Internationale Videoprojekte


Im Rahmen der Arbeit des »Medienprojektes« werden jedes Jahr ca. 100 Videos von 1.000 aktiven TeilnehmerInnen produziert. Die Filme beschäftigen sich mit den unterschiedlichsten Themen, wie z. B. Schule, Sexualität, Gewalt, Drogen, Interkulturelles, Rassismus, Diskriminierung, Soziales, Krankheit, Behinderung, Neue Medien, Politik etc.

Die Produktionen erhielten in den letzten Jahren Preise bei allen wesentlichen regionalen, bundesweiten und europäischen Jugendvideofestivals und werden regelmäßig quer durch alle Kanäle im Fernsehen gesendet. Die in Wuppertal entworfenen Modellkonzepte wurden in den letzten Jahren in vielen anderen Städten übertragen und angewandt.