Empfehlungen - Epikurier

Lass dein Hirn nicht sitzen:
Wie Bewegung das Denken verbessert, Depressionen lindert und Demenz vorbeugt

Erik Scherder

C.H. Beck Verlag (September 2016)

204 Seiten 

ISBN 978-3406688720

€ 16,95 Taschenbuch / € 13,99 e-Book

Der provokante Titel des Büchleins und die Abbildung des Gehirns auf dem Cover sollen natürlich bewusst aufmerksam machen. Der Autor, Prof. Erik Scherder, ist Neuropsychologe und Bewegungstrainer.

Von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter: Bewegung, Bewegung, Bewegung. Das ist das Credo dieses Büchleins. Oder auch, wie es im ersten Kapitel heißt: Sitzen ist das „neue Rauchen“. Die Erkenntnis, dass Rauchen tödlich sein kann – mittlerweile die vierthäufigste Todesursache weltweit –, hat sich auch erst mit der Zeit in allen Bereichen manifestiert.

Dass Bewegung, in welcher Form auch immer, nicht nur dem Körper guttut, sondern auch dem Geist, ist unumstritten und wissenschaftlich belegt. Wer sich fit hält, tut ebenso etwas für sein Gehirn. Kinder, die Sport treiben, lernen besser. Gehirn-Areale, die für die geistige Entwicklung verantwortlich sind, werden stimuliert. Dies sind aber auch die gleichen Areale, die mit zunehmendem Alter zuerst degenerieren. Die Auswirkungen von Bewegungsmangel sind gravierend. Aufstehen, sich bewegen, nicht sitzen, verbessert die Aufmerksamkeit, das Arbeitsgedächtnis und die kognitive Flexibilität.

Fazit: Wissenschaftliche Erkenntnisse in einer Sprache, die auch der Laie gut lesen und nachvollziehen kann.

Ch. L. A. Bellanova

Kriegslicht

Michael Ondaatje

Carl Hanser Verlag (1. Auflage 2018) 

320 Seiten

ISBN 978-3446259997

€ 24,- Buch / € 17,99 e-Book

Michael Ondaatje, bekannt durch sein Buch „Der englische Patient“, thematisiert in „Kriegslicht“ die Geschichte der Geschwister Nathaniel und Rachel, die von ihren Eltern 1945 in der Obhut zweier vermutlich Krimineller, der Falter und der Boxer, in London zurückgelassen werden. Verwirrend und düster, aber erzählerisch von hoher Dichte verknüpft Ondaatje die außergewöhnliche Situation der Geschwister mit der Spionagetätigkeit der Mutter, Rose, von der die Jugendlichen erst im Laufe der Geschichte erfahren.

Nathaniel, die Hauptfigur, erhält als Erwachsener die Möglichkeit, dem Leben seiner Mutter nachspüren zu können. Rachel, die epilepsiekranke Tochter, wird Schauspielerin und bricht mit der Familie. Ondaatje schildert den Umgang mit den Anfällen in dieser Zeit nur am Rande. Für den Protagonisten Nathaniel sind sie aber insofern von Bedeutung, als sie seine Beziehung zu dem Boxer intensivieren. Der Boxer zeigt ihm, was er tun kann, wenn Rachel einen Anfall bekommt, gibt ihm die Sicherheit, auch überraschende Situationen meistern zu können. Der Bewusstseinsverlust durch Anfälle kann im Roman als Symbol für Rachels enorme Belastung durch den Verlust der sicheren Eltern-Kind-Beziehung gedeutet werden.

Kriegslicht ist ein spannendes, literarisches Gemälde des Kriegsendes, der Nachkriegszeit und des kalten Krieges verwoben mit der Geschichte der Adoleszenz zweier Kinder, die ohne Eltern zurechtkommen müssen.

Prädikat: Lesenswert

Susanne Fey

Winterbienen

Norbert Scheuer

C.H.Beck (1. Auflage 2019) 

319 Seiten

ISBN 978-3406739637 

€ 22,- Buch / € 17,99 e-Book

Eifel, Winter 1944/45: Egidius Arimond, früher Latein- und Geschichtslehrer am Gymnasium, leidet seit seiner Kindheit an Epilepsie, wie so viele seiner Vorfahren. Deshalb darf er nicht mehr in seinem Beruf arbeiten, wird aber auch nicht zur Wehrmacht eingezogen. Stattdessen schlägt er sich mit der Produktion von Honig durchs Leben.

Um sich das Geld für seine lebensnotwendigen Medikamente zu beschaffen, schmuggelt Egidius in seinen Bienenstöcken Juden über die nahe Grenze. Dank seines Bruders, als erfolgreicher Kampfpilot hochdekorierter Held des Nationalsozialismus, ist er aus rassehygienischen Gründen „nur“ zwangssterilisiert und nicht in einer „Anstalt“ ermordet worden. Sein Medikament Luminal bekommt er vom Apotheker Alfons, der sich die illegale Versorgung immer teurer bezahlen lässt. Trotzdem ist Egidius kein Kind von Traurigkeit, seine Frauengeschichten sorgen im Dorf für Gerede.

Neben seiner Tätigkeit als Imker und Menschenschmuggler schreibt er an einer Biografie seines Vorfahren Ambrosius, der im 15. Jahrhundert dank seiner Bienen auf abenteuerliche Weise vom Timmelsjoch in die Eifel kommt.

Scheuer beschreibt eindrücklich die Probleme, die Außenseiter wie Egidius im Nationalsozialismus zu bewältigen haben. Leitmotiv des Romans sind indes Bienen, vor allem Winterbienen, die keinen Nektar sammeln, sondern von Vorräten im Bienenstock leben. Sie halten im Winter die Temperatur im Bienenstock auf 20° C und sichern so die Exis-tenz des gesamten Volks, auch wenn sie dabei sterben. So, wie Egidius das Leben der Menschen rettet, die er in den Bienenstöcken über die Grenze bringt, unter Einsatz seines eigenen Lebens.

Susanne Fey


Tintenklecks – das Krikelkrakel-Mädchen

Maria Eugenia

Carl-Auer Verlag (September 2019)

28 Seiten 

ISBN 978-3849703196

€ 16,95 Bilderbuch

Manche Mädchen sind mit ihrem Aussehen nicht zufrieden: mit ihrer Figur, ihrer Größe, den Haaren, der Form ihrer Nase. Manche jammern über alles und manche jeden Tag über etwas Neues, das sie an sich stört.

Bei Tintenklecks könnte das auch so sein, denn sie ist wirklich schlimm gezeichnet. Aber ihr ist das wirklich „schnurzpiepegal“ :-)

Eine kurzweilige, lehrreiche Geschichte verbunden mit der Einladung an alle (nicht nur an Kinder), sich so zu akzeptieren, wie man ist und – wie das Mädchen Tintenklecks – die Dinge zu tun, die einem Spaß machen, statt Zweifel an sich selbst zu hegen.

Doris Wittig-Moßner

Broschüre „Schulassistenz“

Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat eine Broschüre veröffentlicht namens „Schulassistenz gestalten für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen an allgemeinbildenden Schulen“ und möchte damit notwendige Standards, aber auch Problemlagen bei der Umsetzung inklusiver Bildung aufzeigen.

Der Verband will mit Blick auf die Veränderungen in der Eingliederungshilfe durch das Bundesteilhabegesetz praxisgerechte Empfehlungen und Ideen für die Weiterentwicklung geben, damit die Schulassistenz im Schulalltag als Instrument gestärkt wird.

Einige der Hürden, die manchmal banal erscheinen, und der Umgang damit sind in den Praxisstimmen der Broschüre aufgegriffen, weil individuelle praktikable Lösungen gefunden wurden, die allen Beteiligten Mut machen sollen.

Die Schrift richtet sich daher gleichermaßen an Eltern von Kindern mit Behinderungen, Schulassistenten, Interessenverbände, Leistungserbringer, Schulen in freier Trägerschaft und staatliche Schulen sowie Leistungsträger.

Der Link zum Download findet sich hier:

Pflegebedürftig – Was tun?

Der Paritätische hat seinen Ratgeber für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörige aktualisiert. Dieser widmet sich vielen Themen rund um das Thema Pflege:

 

Wie kann ich mich möglichst lange selbst versorgen? Was ist möglich, wenn ich etwa nach einem Sturz oder Schlaganfall nicht mehr so viel kann wie vorher? Wenn ich fremde Hilfe brauche – wie kann ich dennoch eigenständig bleiben und meine Würde behalten? Ich will als Pflegebedürftiger meine Angehörigen nicht zu sehr belasten – wie schaffen wir das?

 

Die Broschüre steht im Internet als kostenloser Download zur Verfügung:


Der Paritätische Gesamtverband

Oranienburger Straße 13-14 

10178 Berlin

Tel.: 030 246360

info(at)paritaet.org

www.der-paritaetische.de

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