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Bedeutet ein halbes Gehirn, ein halber Mensch zu sein?

Philipp Dörr

Neopubli (August 2016)

140 Seiten

ISBN: 978-3741836558

Taschenbuch € 8,99

Dies ist ein sehr persönliches Büchlein mit einem „provokanten“ Titel. Geschrieben aus der Sicht eines betroffenen „Behinderten“. Wie Philipp Dörr es geschafft hat, trotz Epilepsie, anderer Beeinträchtigungen, Krankenhaus-Odysseen und Behörden-Hickhack mit Krankenkassen und anderen Institutionen seinen beruflichen Weg zu machen, ist bewundernswert.

 

Warum er seinen „Traumberuf“ z. Zt. nicht ausüben kann, wird detailliert geschildert. Es zeigt aber auch auf, wie wichtig gerade Selbstvertrauen, Nicht-Nachgeben, familiärer Rückhalt und individuelle Förderung sind.

 

In den Kapiteln „Der Behinderte und das deutsche Gesundheitssystem“, „das deutsche Bildungssystem“ und „Der Behinderte in der freien Wirtschaft/auf dem Arbeitsmarkt“ sowie „Der Behinderte in der deutschen Politik“ schneidet Philipp Dörr Themen an, die in ihrer Komplexität und Durchführbarkeit durchaus noch zu optimieren sind. Insbesondere spricht er hier ein starres Kategoriensystem an; natürlich am Beispiel seines individuellen Erlebens.

 

Fazit: Bedingt empfehlenswert, da ein Einzelschicksal und auch sehr subjektiv geschrieben. Trotzdem Kompliment an den Autor und natürlich die Menschen, die ihn in diesem Projekt unterstützten.

 

Ch. L. A. Bellanova, Nürnberg