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Mind & Body: Wie Gehirn und Psyche die Gesundheit beeinflussen

Johann Caspar Rüegg

Schattauer Verlag (September 2016)

224 Seiten

ISBN 978-3794532049

Buch € 19,99 / e-book € 19,99

Das Buch ist eine Sammlung von Essays und wissenschaftlichen Texten mit lockenden, leicht verständlichen Kapitelüberschriften. Kein Wunder, Schattauer ist ja auch ein Wissenschaftsverlag.

Auf der Rückseite werden die Texte als „anschaulich, wissenschaftlich fundiert und unterhaltsam“ erklärt bzw. „lehrreiches Lesevergnügen“ beschrieben. Die Worte „unterhaltsam“ und „Lesevergnügen“ sind meines Erachtens etwas irreführend. Das einzig Unterhaltsame ist die Umschlagabbildung nach einem Gemälde von Paul Gauguin. Dieser „Eyecatcher“ sind zwei barbusige tahitianische Mädchen, die für den Body, also den Körper, stehen.

 

Das ist etwas schade, denn was der Autor rüberbringen will, ist ja tatsächlich bemerkenswert: Die komplexe Wechselwirkung zwischen Mind und Body, d. h. zwischen Geist und Körper, dass Worte die mächtigste Droge sind, die die Menschheit besitzt (Rudyard Kipling) oder dass in der christlich-religiösen Auffassung das Gebet, die Fürbitte, vielleicht die wirkungsvollste Form des „heilenden Gesprächs“ ist.

 

Überhaupt sind die sorgsam gewählten Worte des Arztes, die hier als sprechende Medizin bezeichnet werden, überaus wichtig. Vorschlag meinerseits: Angehende Doktoren sollten das Buch als Vorbereitung für ein Arzt-Patientengespräch durchlesen. Positives Denken sowie Meditation und Yoga können Selbstheilungskräfte mobilisieren; eine optimistische Lebenshaltung ist ebenfalls hilfreich.

 

Ein Rat, insbesondere an ältere Menschen: Pflegen Sie Ihre Sozialkontakte und bewegen Sie sich mehr.

 

Diese Erkenntnisse sind alle nicht neu, nur hier kommen sie im „Wissenschaftsjargon“ daher. Das ist durchaus nicht negativ gemeint. Die Botschaft lautet: Emotionen und Geist, Gehirn und Psyche können die Gesundheit des Körpers nachhaltig beeinflussen und umgekehrt.

 

Fazit: Lehrreich und informativ für Medizinstudenten, insbesondere Neurologen, oder – mit Einschränkung – für höchst interessierte Laien mit viel Zeit.


Christa L.A. Bellanova, Nürnberg