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Wie sag ich’s meinem Doc?

Machen Sie das Beste aus Ihrem Arztbesuch

Lutz Wesel

Carl Auer Verlag (September 2014)

ISBN 978-3849700409

160 Seiten, Buch € 14,95

Informativ und kurzweilig beschreibt der Autor Lutz Wesel, selbst erfahrener Mediziner und Psychotherapeut, wie ich den richtigen Arzt finde, wie ich ihm als Patient mein Problem schildere, so dass der Arzt alle wichtigen Informationen erhält, was es mit Kassen- und Privatpatienten sowie IGeL-Leistungen auf sich hat, ob und inwieweit das Internet bei einer Erkrankung weiterhilft und was man tun kann, wenn Konflikte entstehen. Auch Placebos (lat. „Ich werde gefallen“) und Nocebos (lat. „Ich werde schaden) kommen zur Sprache.

Fachbegriffe werden sofort erklärt, vor und am Ende jeden Kapitels gibt es eine kurze Zusammenfassung, dazwischen sind immer wieder kurzweilige Sprichwörter und Arztwitze gestreut.

„Auch im Zeitalter von Hightech-Medizin, Ultraschall und Computertomographie sind die sieben Sinne und der gesunde Menschenverstand durch nichts zu ersetzen.“ (zum Thema Diagnose), „Nicht umsonst spricht man von der ärztlichen Kunst – ein Hinweis darauf, dass Medizin mehr ist als nur Wissenschaft. Und dieses Mehr besteht aus Erfahrung und Intuition.“ (zum Thema evidenzbasierte Medizin), „Was wirken kann, kann auch Nebenwirkungen haben.“ (zum Thema Schulmedizin und Naturheilmittel), „Nicht nur der Patient zweifelt am Arzt, sondern der Arzt (ver-)zweifelt am Patienten.“ (zum Thema Google) – dies sind nur einige der bemerkenswerten Sätze aus diesem tollen Ratgeber.

Am besten ist jedoch das Nachwort geraten, in dem sich Lutz Wesel seine Gedanken zur momentanen Situation des deutschen Gesundheitssystems mit seinen Fallpauschalen macht und seine Vision für eine Zukunft der Medizin in Deutschland niederschreibt.

Fazit: Unbedingt zu empfehlen – für Ärzte und Patienten!

Doris Wittig-Moßner, Nürnberg