Rezensionen - Epikurier

Mein Leben mit Epilepsie - Der Neubeginn



Autorin: Ines Preußer (Autor)
dmv Deutscher Medizin Verlag; Auflage: 1. Aufl. (6. April 2010)
ISBN-13: 978-3936525519
Broschiert: 80 Seiten Preis: 12,50€


Ines Preußer hat von Kindheit an Epilepsie, über dreißig Jahre lang gehören Anfälle mit zu ihrem Lebensalltag. Dann erhält sie die Chance eines epilepsiechirurgischen Eingriffs. Sie lebt seit der Operation anfallsfrei. Das Buch will Betroffenen Mut machen, die heute verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten zu nutzen und das Leben mit Epilepsie selbständig zu meistern.

 

Null

Null

Autor: Adam Fawer
Rororo Verlag, 8. Auflage
ISBN-13: 978-3499239410
592 Seiten, Preis: € 9,95

Ein genialer, spielsüchtiger Statistiker, sein schizophrener Zwillingsbruder, zwei kriminelle Wissenschaftler, das FBI, eine korrupte, amerikanische CIA-Agentin russischer Herkunft, Vertreter der Russenmafia, ein leukämiekrankes Mädchen, ein Kassierer in einem CD-Laden – das sind die Akteure in Adam Fawers fesselndem Wissenschaftsthriller „Null“. Wegen eines verlorenen Pokerspiels steht der begnadet kopfrechnende Statistiker David Caine bei dem russischen Spielhöllenbesitzer Nikolaev mit elftausend Dollar in der Kreide. Seinen Job als Dozent für Statistik an der Universität ist Caine schon seit über einem Jahr los. Beide Ereignisse haben ihre Ursache in Caine’s Erkrankung: einer therapieresistenten Temporallappenepilepsie. Ein Anfall im Hörsaal beendete seine Dozentenkarriere, ein Anfall beim Pokerspiel brachte ihm die enormen Schulden ein. Medikamente und auch ein Vagusnervstimulator brachten keine Verbesserung der Anfallssituation.

Aber Caine hat, wie auch sein Bruder, eine besondere Fähigkeit, die durch den Einsatz eines experimentellen Antiepileptikums noch verstärkt wird: Er kann in die Zukunft sehen, aber nicht nur in eine Zukunft, sondern in alle Zukünfte, die von seiner jetzigen Situation aus möglich wären. Diese Fähigkeit tritt immer nur anfallsweise auf, ähnlich zu seinen epileptischen Anfällen, aber zum Schluss kann Caine sie sogar bewusst einsetzen und kombiniert sie mit seiner genialen Begabung, in Sekundenschnelle Wahrscheinlichkeiten berechnen zu können. Ein wenig erinnert diese Fähigkeit an frühere Vorstellungen von der Erkrankung Epilepsie, an die göttliche oder die dämonische Krankheit, die den Betroffenen eine Art Wahrsagerstatus oder die Hexenverfolgung einbringen konnte. In dieser Geschichte wird Caine zum Untersuchungsziel skrupelloser Wissenschaftler, die diese Fähigkeit nutzen wollen.

Eine Besonderheit des Romans ist der wissenschaftliche Bezug, den der Autor immer wieder und mit bewundernswerter Leichtigkeit herstellt. Fawer lässt nicht nur Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung geschickt in die Handlung mit einfließen, auch vor Medizin, Quantenphysik, Psychologie und Philosophie macht der Autor nicht halt. Und in bester Thrillermanier gibt es dazu alles, was zu einem spannenden Buch gehört: Verfolgungsjagden, Bombenexplosionen, Tote, Verletzte und die Rettung für das kleine, kranke Mädchen.

Ein spannendes, fantasievolles Buch, das Lust auf Wissenschaft macht und die Sehnsucht der Menschen nach der Vorhersage der Zukunft aufgreift.

Susanne Fey, Wuppertal

 

Richtig begutachten – gerecht beurteilen

Richtig begutachten – gerecht beurteilen

Leistungen der Pflegeversicherung für Menschen mit geistiger Behinderung

Autorin: Sabine Wendt
Lebenshilfe Verlag, 8. überarbeitete und aktualisierte Auflage 2010
ISBN 978-3-88617-535-2
DIN A4, 144 Seiten, Preis: € 15,00

Der neu aufgelegte und überarbeitete Ratgeber von Sabine Wendt gibt einen umfassenden Überblick über die Leistungen der Pflegeversicherung. Er behandelt sowohl das Antragsverfahren, die Rolle und Mitwirkungsmöglichkeiten von Eltern und Angehörigen bei der Begutachtung, gibt Hinweise zur Anwendung der Begutachtungsrichtlinien und weist ausdrücklich auf mögliche Rechtsmittel gegen eine fehlerhafte Einstufung hin.

Diverse Formulare, z.B. Muster und Beispiele für ein Pflegetagebuch, Widerspruchsvorlagen etc., und viele nützliche Tipps runden dieses hilfreiche Handbuch ab. Im Anhang finden sich außerdem die aktuellen Pflegebegutachtungsrichtlinien vom Juni 2009.

Eine unentbehrliche Hilfe und wichtige Informationsquelle bei der Beantragung von Leistungen der Pflegekasse und auch bei Widersprüchen gegen die Einstufung durch den MDK. Sehr empfehlenswert!

Zu bestellen unter der Bestellnummer LEA 535 bei der
Bundesvereinigung der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V.
Raiffeisenstraße 18, 35043 Marburg
Tel. 06421 – 491 0
Fax 06421 – 491 167
E-Mail: verlag(at)lebenshilfe.de
Internet: www.lebenshilfe.de

Doris Wittig-Moßner, Nürnberg

 

Turboclean, Scholl und Ruah

Turboclean, Scholl und Ruah

Die Geschichte eines etwas anderen Mädchens
Autorin: Jacqueline Otto
Verlag Books on Demand, 1. Auflage August 2009
ISBN 978-3837023503
Broschiert, 156 Seiten, Preis: € 12,90

Jasmin entwickelt sich nach ihrer Geburt anders als Gleichaltrige, schreit, lässt sich nicht beruhigen, reagiert extrem ängstlich oder beginnt endlos zu toben, wobei als negative Höhepunkte Autoaggressionen in Form von sich selbst schlagen und beißen auftreten. Die Autorin und Mutter Jacqueline Otto erzählt in ihrem Buch die ersten sechs Jahre im Leben ihrer Tochter Jasmin: Nicht die diversen Krankheitsbilder, sondern die Schilderung des voller Liebe und Geduld getragenen täglichen Kampfs um Fortschritte und der Weg hin zu einem kleinen bisschen Selbstständigkeit stehen im Mittelpunkt dieser Geschichte.

 

„Hallo, ich bin PAUL und habe EPILEPSIE...“

„Hallo, ich bin PAUL und habe EPILEPSIE...“

Wieder erhältlich/neu aufgelegt:

Die Broschüre PAUL ist speziell für betroffene Kinder im Alter von 6-12 Jahren konzipiert. Ansprechende Bilder und ein kurzer Text erklären Kindern, deren Freunden, Eltern, Betreuungspersonen etc. auf kurze, aber prägnante Weise die Situation eines Anfalls und die richtige Reaktion der Umgebung im Notfall.

Mit diesem Ratgeber soll Kindern die Angst vor den eigenen Anfällen genommen und der Umgebung der richtige Umgang im Notfall erklärt werden – der Anfall wird als „Normalität“ ins Leben integriert.

Die Broschüre ist kostenlos zu beziehen bei:

LV Epilepsie Bayern e.V
Mittelstr. 10, 90596 Schwanstetten
Tel. 09170-1890, Fax 09170-28148
E-Mail: kontakt(at)epilepsiebayern.de

e.b.e. Epilepsie Bundes-Elternverband e.V.
Am Eickhof 23, 42111 Wuppertal
Tel./Fax 0202 – 298 84 65
E-Mail: kontakt(at)epilepsie-elternverband.de

 

Warnhunde für Epilepsie-Betroffene:

Warnhunde für Epilepsie-Betroffene:

Anfälle erspüren und anzeigen, Gefahren vermeiden

Gabi Rosenbaum, Bianca Willems-Hansch
135 Seiten
Kynos-Verlag, 1. Auflage Mai 2010
ISBN: 978-3938071847
19,90 €


Schon in früheren Ausgaben des epiKurier haben wir über Anfallswarnhunde und ihre Ausbildung berichtet. Rosenbaum und Willems-Hansch haben nun ein Buch über dieses Thema geschrieben. Die Autoren definieren zuerst einmal den Begriff Servicehund. Ein kurzer Abriss über Epilepsie gibt einen Einblick in die Vielfalt dieses Krankheitsbilds. Neben der Anzeige von Anfällen können Hunde natürlich auch „ihrem“ Menschen auch anderweitig Unterstützung geben, wenn man sie entsprechend trainiert: Z.B. im Fall eines Anfalls Hilfe holen (sei es durch Betätigen eines Notfallschalters oder durch Herbeiholen anderer Menschen), Apportieren von Medikamentendosen oder Telefonhörern, „Nicht alleine lassen“ oder Abhalten vom unbedachten Schritt in den fließenden Verkehr sind weitere Aufgaben, die ein Hund übernehmen kann.
Den größten Teil des Buches nehmen die Kapitel zur Auswahl und Ausbildung von Servicehunden ein, dem wohl wichtigsten Punkt für potentielle neue Hundebesitzer. Sehr detailliert beschreiben die Autorinnen, wie die einzelnen Auswahlschritte ablaufen sollten, welche Tricks und Tipps es bei der Ausbildung von Hunden gibt – ein Exkurs in die Lerntheorie rundet diesen Abschnitt ab.
Auch auf die Bedürfnisse des Hundes gehen die Autorinnen immer wieder ein, das letzte Kapitel behandelt ausschließlich die Anforderungen an den Hundehalter - einschließlich des Vorhandenseins eines Pkws im Haushalt, eine Forderung, die ich persönlich nicht ganz nachvollziehen kann.
Wer darüber nachdenkt, sich einen solchen Hund zuzulegen, der sollte dieses Buch vorher einfach mal lesen.

Susanne Fey, Wuppertal

Mogli

Mogli

Manuela Kuffner
346 Seiten
Knaur Verlag
ISBN-13: 978-3426654835
16,95 €

Aljoscha ist ein ganz normales Kleinkind, fröhlich, aufgeweckt, dunkle Haare, braune Augen. Doch dann geschieht das Unfassbare, Unerwartete. Aljoscha verändert sich innerhalb kurzer Zeit. Er antwortet nicht mehr, wirkt abwesend, verliert seine Sprache. Die Diagnose: Landau-Kleffner-Syndrom. Eine Form der Epilepsie, die typischerweise mit dem Verlust des bisher erlernten Sprachvermögens einhergeht. Manuela Kuffner erzählt Aljoschas Geschichte liebevoll eindringlich und ergreifend lebensnah. Diagnostik, Therapieversuche, Krankenhausaufenthalte, Verhaltensschwierigkeiten, Anfälle, Eheprobleme, Diskussionen und Auseinandersetzungen mit Familie, Freunden, Bekannten, Kindergarten, Schule ….usw. Im Spagat zwischen der manchmal unverständigen Außenwelt und der - auch für die Mutter - schwer verständlichen Innenwelt des Sohnes wird ihr unendlich viel Kraft abverlangt, immer und immer wieder. Aljoscha ist unberechenbar, manchmal aggressiv, chaotisch und kann Gefahren nicht einschätzen. Er liebt es, draußen zu sein, reißt ständig aus, findet Traktoren und Hochsitze super und sammelt Bücher und Bilder darüber.
Das Leben der Familie verändert sich, als die epileptische Aktivität in Aljoschas Gehirn abnimmt. Er lernt durch Gebärdensprache bzw. einen Talker mit seiner Umgebung zu kommunizieren.
Wie es mit Aljoscha weiter geht, wird die Zukunft zeigen. Aber seine Geschichte ist wirklich lesenswert.

Susanne Fey, Wuppertal