Die ICD (International Classification of Diseases ) klassifiziert medizinische Diagnosen und Krankheitsursachen. Die ICF (International Classification of Functioning , Disability and Health) beschreibt die Auswirkungen eines Gesundheitsproblems auf Körperfunktionen, Aktivitäten und Teilhabe im Alltag.
Konkret bedeutet das: Die ICD fragt nach der Erkrankung (z. B. Epilepsie), während die ICF sich mit den Auswirkungen auf das Leben (z. B. eingeschränkte Mobilität) beschäftigt – wichtig als Grundlage, wenn z. B. im Rahmen von Anträgen auf Leistungen zur Teilhabe der individuell bestehende Bedarf ermittelt werden muss.
In diesem Ratgeber werden die ICF und der Prozess der Bedarfsermittlung Schritt für Schritt in drei Kapiteln erklärt. Neben dem kompakten ICF-Basiswissen (Erklärung wichtiger Begriffe), dem Hintergrundwissen zur Bedarfsermittlung (Wünsche/Ziele/Bedürfnisse/Bedarfe) zeigen vor allen Dingen das Arbeitsbuch und die 10 konkreten Praxisbeispiele (u. a. Autismus, Epilepsie), wie die ICF praktisch angewendet werden kann.
Gerade die Darstellung der Einzelfälle mit Ist-Situation, gewünschtem Teilhabeziel, dem »Korb der Möglichkeiten« und umgesetzten Maßnahmen verdeutlicht, wie die ICF gezielt genutzt werden kann, um sich als Betroffener aktiv am Entscheidungsprozess und an der Umsetzung von Maßnahmen zu beteiligen.
Fazit: Ein kompaktes und hilfreiches Nachschlagewerk für alle, die am Prozess der Bedarfsermittlung mitwirken – egal ob man selbst betroffen ist, in der Beratung arbeitet oder das Konzept besser verstehen möchte. .
Doris Wittig-Moßner

