Die Dämonen von Lorch ist ein Mittelalterroman, in dem eine epilepsiebetroffene junge Frau im Mittelpunkt steht. Theodora, Tochter des Vogts, wartet auf die Rückkehr ihres Verlobten Johann aus dem Kreuzzug. Immer wieder auftretende Grand mal-Anfälle bescheren ihr Gedächtnislücken. Festverwurzelt in der mittelalterlichen Vorstellungswelt, die Epilepsie als Besessenheit empfindet, versucht ihr Vater sie zu schützen, indem er sie in der Burg halten möchte. Johann, ihr Verlobter, sieht die Anfälle als ganz normale Krankheit an.
Im Laufe der Geschichte fließt einiges an Blut, tierisches und menschliches, ein Exorzist tritt auf die Bühne und alles, was im Mittelalter an Vorurteilen und Vorstellungen bezüglich Epilepsie üblich war, wird im Laufe der Geschichte aufgefahren.
Ein Kritikpunkt ist die laienhafte Darstellung der Anfälle, die Autorin bedient hier das Klischee, das Epilepsie sich nur in großen Anfällen manifestiert und erweckt den Eindruck, dass sie sich mehr mit den mittelalterlichen Vorstellungen beschäftigt hat, als mit der realistischen Darstellung der Anfälle.
Wer historische Romane mag, findet trotzdem eine spannende Geschichte, die den Leser durchaus zu fesseln versteht.
Susanne Fey, Wuppertal