Die heilende Kraft des Vagus: Wie uns der Wundernerv Entspannung und Gesundheit schenkt

Maximilian Moser

ecoWing (Januar 2025)

208 Seiten

ISBN: 978-3711003331

24,00 €

Der Vagusnerv – oder kurz Vagus – ist eine andere Bezeichnung für den Parasympathikus oder auch »Erholungsnerv«. Gemeinsam mit dem Sympathikus oder »Leistungsnerv« bildet er das vegetative oder auch »autonome« Nervensystem. Losgelöst von unserem Bewusstsein steuert es unsere Organe. Die lebenswichtigen Funktionen sollen so im Gleichgewicht bleiben, ohne dass wir sie bewusst lenken müssen.

Der Medizinforscher Prof. Moser hat sich in seiner langjährigen Arbeit mit der Funktion und Wirkung des Vagus auf unsere Gesundheit beschäftigt. Insbesondere damit, wie man ihn positiv beeinflussen kann, um körperliche und psychische Belastungen auszugleichen.

Was dient unserem Körper mehr der Erholung als unser Schlaf? Auch hier haben der Sympathikus und der Vagus ihre Aufgaben. Der Vagus steuert den Tiefschlaf und die Erholung, der Sympathikus die Verarbeitung des Erlebten in der REM-Phase des Schlafes.

Diesen Ansatz hat Moser in der Praxis nicht nur in der Weltraumforschung bei der Analyse der Schlafdaten der MIR-Besatzung vertiefend erforscht, sondern auch in der Arbeitswelt untersucht. In Versuchsreihen mit Bauarbeitern wurde ermittelt, inwieweit über die positive Stimulierung des Vagus der Schlaf verbessert und somit die Erholung der Probanden erhöht werden konnte. Dies führte konkret zu einer Verringerung von Arbeitsunfällen.

Aber nicht nur der Schlaf, auch der Einklang von Herz- und Atemrhythmus sowie das Immunsystem, welches vom autonomen Nervensystem gesteuert wird, können über die Vagusstimulation gestärkt werden.

In einem zweiten Teil des Buches führt der Autor verschiedene Übungen auf, die den Vagus stärken, sprich ihn aktivieren. Hierbei betrachtet er insbesondere das bewusste Atmen im Kontext verschiedener Kulturen und stellt verschiedene Atemübungen vor. Weiterhin gibt er Tipps zur Ernährung und zur Vermeidung äußerer negativer Einflüsse.

 

Alles in allem ein Plädoyer für mehr Gesundheitsförderung und Prävention, die wir selbst in die Hand nehmen können.

 

Thomas Odewald