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13.09.2010

Null

Autor: Adam Fawer

Rororo Verlag, 8. Auflage

ISBN-13: 978-3499239410

592 Seiten, Preis: € 9,95

cover Null Fawer 01

Ein genialer, spielsüchtiger Statistiker, sein schizophrener Zwillingsbruder, zwei kriminelle Wissenschaftler, das FBI, eine korrupte, amerikanische CIA-Agentin russischer Herkunft, Vertreter der Russenmafia, ein leukämiekrankes Mädchen, ein Kassierer in einem CD-Laden – das sind die Akteure in Adam Fawers fesselndem Wissenschaftsthriller „Null“. Wegen eines verlorenen Pokerspiels steht der begnadet kopfrechnende Statistiker David Caine bei dem russischen Spielhöllenbesitzer Nikolaev mit elftausend Dollar in der Kreide. Seinen Job als Dozent für Statistik an der Universität ist Caine schon seit über einem Jahr los. Beide Ereignisse haben ihre Ursache in Caine’s Erkrankung: einer therapieresistenten Temporallappenepilepsie. Ein Anfall im Hörsaal beendete seine Dozentenkarriere, ein Anfall beim Pokerspiel brachte ihm die enormen Schulden ein. Medikamente und auch ein Vagusnervstimulator brachten keine Verbesserung der Anfallssituation.

Aber Caine hat, wie auch sein Bruder, eine besondere Fähigkeit, die durch den Einsatz eines experimentellen Antiepileptikums noch verstärkt wird: Er kann in die Zukunft sehen, aber nicht nur in eine Zukunft, sondern in alle Zukünfte, die von seiner jetzigen Situation aus möglich wären. Diese Fähigkeit tritt immer nur anfallsweise auf, ähnlich zu seinen epileptischen Anfällen, aber zum Schluss kann Caine sie sogar bewusst einsetzen und kombiniert sie mit seiner genialen Begabung, in Sekundenschnelle Wahrscheinlichkeiten berechnen zu können. Ein wenig erinnert diese Fähigkeit an frühere Vorstellungen von der Erkrankung Epilepsie, an die göttliche oder die dämonische Krankheit, die den Betroffenen eine Art Wahrsagerstatus oder die Hexenverfolgung einbringen konnte. In dieser Geschichte wird Caine zum Untersuchungsziel skrupelloser Wissenschaftler, die diese Fähigkeit nutzen wollen.

Eine Besonderheit des Romans ist der wissenschaftliche Bezug, den der Autor immer wieder und mit bewundernswerter Leichtigkeit herstellt. Fawer lässt nicht nur Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung geschickt in die Handlung mit einfließen, auch vor Medizin, Quantenphysik, Psychologie und Philosophie macht der Autor nicht halt. Und in bester Thrillermanier gibt es dazu alles, was zu einem spannenden Buch gehört: Verfolgungsjagden, Bombenexplosionen, Tote, Verletzte und die Rettung für das kleine, kranke Mädchen.

Ein spannendes, fantasievolles Buch, das Lust auf Wissenschaft macht und die Sehnsucht der Menschen nach der Vorhersage der Zukunft aufgreift.

Susanne Fey, Wuppertal

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