Veranstaltung „Epilepsie und Schule“ in Nürnberg

Information und Austausch für Lehrerinnen und Lehrer

Können sich Lehrer und Lehrerinnen im Unterricht, wenn sie ein epilepsiekrankes Kind in der Klasse haben, – bildlich gesprochen – mit einer Tasse Kaffee in der Hand entspannt zurücklehnen? Oder ist es doch oft so, dass sie sich verunsichert fühlen und Information, Orientierungshilfen und Erfahrungsaustausch brauchen?

Viele der anwesenden 45 Zuhörer der „Informationsveranstaltung Epilepsie und Schule“, zu der Daniela Grießinger und Kerstin Kählig von der Psychosozialen Beratungsstelle für Menschen mit Epilepsie des Bezirkes Mittelfranken am 05. Oktober 2010 in Nürnberg eingeladen hatten, zeigten mit ihrem Kommen und ihren Fragen, dass der entspannte Umgang mit dem Thema eher noch ein Ziel, als ein schon erreichter Zustand in den Schulen ist.

Die Vielfältigkeit der Professionen und Einsatzgebiete der Zuhörer zeigt das große Spektrum auf, in welchem die Thematik „Epilepsie und Schule“ von Bedeutung ist: So waren Lehrerinnen und Lehrer von Grund- bis hin zu Berufsschulen anwesend, genauso wie von der Schule für Körperbehinderte oder einer Sprachenschule. Außerdem kamen BeratungslehrerInnen, Schulpsychologinnen, der Mobile Sonderpädagogische Dienst sowie MitarbeiterInnen verschiedener Beratungsstellen oder Schulämter.

 

Marianne Thoma, Referentin von der Oberlinschule in Kork, unterstützt und berät LehrerInnen aller Schularten in Sachen Epilepsie und Schule
Referentin Barbara Tonnelier von der Oberlinschule in Kork sammelt Fragen der anwesenden Lehrkräfte

Die beiden Referentinnen, Barbara Tonnelier und Marianne Thoma, sind für die Oberlinschule Kork tätig. Durch diese Schule werden Kinder und Jugendliche während ihres Aufenthaltes im Epilepsiezentrum Kork betreut. Im Rahmen des „Sonderpädagogischen Dienstes Epilepsie“ des Bezirkes Freiburg sind Frau Tonnelier und Frau Thoma zuständig für die Beratung von Schulkräften aller Schularten zum Thema „Epilepsie im Schulalltag“. Sie unterstützen LehrerInnen bei der schulischen Begleitung von Schülerinnen und Schülern mit Anfallserkrankungen.

Zu Beginn des Referates wurden die verschiedenen Fragestellungen der Zuhörer gesammelt, auf welche dann während des Vortrages kontinuierlich eingegangen wurde. Themenbereiche waren z.B. medizinische Grundlagen, Erste Hilfe, Nachteilsausgleich, Sportunterricht, Teilnahme an schulischen Veranstaltungen oder Inklusion. Die theoretischen Grundlagen wurden durch konkrete Fallbeispiele der Vortragenden und Fallanfragen der Zuhörer erweitert und veranschaulicht. So entstanden rege Diskussionen, bei denen unterschiedliche Erfahrungen ausgetauscht wurden.

Frau Tonnelier und Frau Thoma schlossen ihr Referat mit dem Wunsch ab, dass es nun weniger Ängste, Befürchtungen und Bedenken in den Reihen der Lehrerschaft geben möge, denn eine erfolgreiche Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit Epilepsie hänge auch deutlich davon ab, mit welcher Einstellung die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer der Thematik gegenüberstünden.

Im Anschluss gab es seitens der Zuhörerschaft viele Stimmen, dass es eine sehr gelungene Veranstaltung gewesen sei, dass Inhalte vermittelt wurden, die praktisch umsetzbar seien und dass man nun mit mehr Gelassenheit an das Thema herangehen könne. Einheitlich wurde Interesse an weiteren Angeboten bekundet.

Die rege Beteiligung und die vielfältigen Fragestellungen, mit denen sich auch an die Mitarbeiterinnen der Nürnberger Beratungsstelle gewandt wurde, zeigt auf, welch hoher Bedarf an Beratung zum Thema „Epilepsie und Schule“ besteht. Es ist wünschenswert, dass die anwesenden Pädagoginnen und Pädagogen zu MultiplikatorInnen werden und ein Mehr an Kompetenz, Gelassenheit und Bereitschaft zu individuellen Entscheidungen in Zukunft häufiger Kinder und Jugendlichen mit Epilepsie helfen, ihre Schullaufbahn besser und glücklicher zurück zu legen.

Daniela Grießinger, Kerstin Kählig,
Psychosoziale Beratungsstelle für Menschen mit Epilepsie

Weitere Infos und Kontakt

Psychosoziale Beratungsstelle für Menschen mit Epilepsie
Kerstin Kählig, Daniela Grießinger
Marienstr. 16
90402 Nürnberg
Tel.  0911 - 28 73 989
Fax  0911 - 28 73 982
E-Mail: epilepsie-beratung(at)rummelsberger.net
Internet: www.beratung-epilepsie.de


Bilder – Quelle Epilepsieberatung Nürnberg