Ernährung bei Epilepsie - was ergibt Sinn?
Folgende Ernährungsweisen können als ergänzende Behandlungsmöglichkeiten bei Epilepsie in Betracht gezogen werden.
Ketogene Diät
In der Antike wurde erfolgreich versucht, Epilepsiekranke durch strenges Fasten zu behandeln. Die Ketogene Diät imitiert den Zustand des Fastens, ohne dass der Patient fasten muss: Diese Ernährungsweise wird bei schwer behandelbaren Epilepsien empfohlen.
Die Ketogene Diät ist eine kohlenhydratarme, fettreiche Ernährungsweise. Je nach Diätform (klassische, modifizierte Atkins-Diät) werden 90 bzw. 60 % des Energiebedarfes aus Nahrungsfett gedeckt (zum Vergleich bei Mischkost beträgt dies ca. 30 %).
Sie wird individuell, abhängig von Alter, Erkrankung und Situation des Patienten festgelegt und ärztlich verordnet. Die Einführung erfolgt meist stationär und unter Aufsicht.
Ernährung nach dem glykämischen Index GI
Diese Ernährungsweise konzentriert sich auf die Wahl von Lebensmitteln mit geringer Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel, was auch zu einer niedrigen Zufuhr an Kohlenhydraten führt.
Da hierbei eine nahezu uneingeschränkte Zufuhr an Gemüse erlaubt ist, ist eine Unterversorgung an bestimmten Vitaminen im Vergleich zur Ketogenen Diät eher nicht zu erwarten.
Antientzündliche darmfreundliche Ernährung
Gestörte Darmflora kann zu Veränderungen der Gehirnfunktionen führen (Darm-Hirn-Achse). Solche Störungen seien bei Patienten mit therapierefraktärer Epilepsie zu finden. Deshalb gilt diese Ernährung als vielversprechender Ansatz zur ergänzenden Behandlung der Epilepsie.
Eine zuckerarme, pflanzenbasierte Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Gewürzen, Hülsenfrüchten und Nüssen sowie guten Fetten aus pflanzlichen Ölen und Fisch ist, wirkt entzündungshemmend. Zudem erhöhen fermentierte Lebensmittel die Vielfalt des Darmmikrobioms, was die Darmgesundheit verbessert.
Generell wird auch empfohlen, überwiegend selbst zu kochen und Fertigprodukte sowie stark verarbeitete Lebensmittel zu meiden.
Glutenfreie Diät
Einzelne Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen Zöliakie und Epilepsie. Es ist demnach sinnvoll, die Betroffenen auf Zöliakie zu testen bzw. eine glutenfreie Diät zu probieren.
Medikamentenwechselwirkungen
Einige Stoffe in Lebensmitteln – wie in Grapefruit, Pomelos oder Sternfrucht – sowie im pflanzlichen Präparaten – wie Johanniskraut oder Ginkgo – können mit anfallssuppressiven Medikamenten interagieren und die Wirkung dieser Medikamente beeinflussen.
Nagham Soda
Kontakt:
Dr. Nagham Soda
Oberärztin/Ernährungsmedizinerin
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