Hephata-Klinik: Neue Station eröffnet

Besonderes Angebot für Menschen mit Mehrfachbehinderungen und Epilepsie in Hessen

Die Hephata-Klinik in Schwalmstadt-Treysa hat am 20. März ihre neue Station für Menschen mit Mehrfachbehinderungen und Epilepsie eröffnet. Die Station 1a schließt eine Behandlungslücke in Hessen und gehört bundesweit zu einigen wenigen Angeboten ihrer Art.

»Der Bedarf ist sehr groß, wir haben Anfragen aus dem gesamten Bundesgebiet. Die Station ist die einzige in ganz Hessen« so Oberarzt Franz Lutz. Er ist Facharzt für Neurologie, seit Januar 2023 in der Hephata-Klinik tätig und Leiter der neuen Station. »Eine herkömmliche neurologische Station wird den Bedarfen und Bedürfnissen dieser Patienten nicht gerecht. Zum einen können sie oftmals Ängste und Schmerzen nicht selbst detailliert schildern. Wir sind also auch auf Beobachtungen angewiesen. Zum anderen brauchen sie meist mehr Zeit, um sich auf neue Situationen und fremde Menschen einzustellen. Erst recht, wenn diese mit ihnen Untersuchungen wie ein MRT oder ein 24-Stunden-EEG im Sinn haben. Mit der neuen Station werden wir diesen Anforderungen sowohl räumlich als auch personell gerecht.«

Auf der Station können bis zu 16 erwachsene Patienten multiprofessionell behandelt werden. Die Unterbringung erfolgt in Einzel- und Doppelzimmern, die über TV, Internetzugang und Nasszellen mit barrierefreien Sanitäranlagen verfügen. Zudem gibt es ein Stationsbad mit Dusch- und Badewannenlifter bzw. Duschliege. Die höhenverstellbare Therapie-Badewanne bietet mit Licht- und Musikeffekten Entspannung – genauso wie der Snoezelenraum, der zusätzlich noch mit Wandprojektionen aus der Natur für eine beruhigende Atmosphäre sorgt.

Tagsüber besteht die Möglichkeit, dass sich die Patienten im großen, lichtdurchfluteten Gemeinschaftsraum aufhalten. Hier finden zum einen Angebote der Ergo-, Physio- und Logotherapie statt. Zum anderen gibt es tagesstrukturierende Maßnahmen. »Menschen mit Mehrfachbehinderungen brauchen häufig eine Anleitung und können nicht den gesamten Tag in ihrem Zimmer bleiben«, sagt Lutz.

Neben dem Gemeinschaftsraum befindet sich die Rollstuhl gerechte Gemeinschaftsküche, in der die Patienten zusammen mit Pflegekräften kochen und backen können. Hinzu kommen spezielle Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten im Therapie- und Stationsgarten.

»Wir bieten nicht nur Langzeit-EEG-Untersuchungen auf der Station und MRT-Untersuchungen im Haus an, sondern können ein MRT bei Bedarf auch unter einer leichten Narkose durchführen«, so Lutz. »Das ist gerade für Menschen mit Mehrfachbehinderungen ein großer Pluspunkt. Denn diese tolerieren es oftmals nicht, längere Zeit ruhig liegen bleiben zu müssen.«

Zudem ist die neue Station die erste in der Hephata-Klinik, die komplett digitalisiert ist. Das bietet unter anderem für die Patienten den Vorteil, sich trotz einer Langzeit-EEG-Messung, die über eine Bluetooth-Schnittstelle verfügt, frei bewegen zu können.

Melanie Schmitt

Kontakt:

Hephata-Klinik
Station 1a
Schimmelpfengstraße 6
34613 Schwalmstadt-Treysa
06691 182082
KL.Station1a(at)hephata(dot)de