Station 1a: Etwas ganz Besonderes
Wann eröffnet die Station für Menschen mit Mehrfachbehinderungen und Epilepsie, welche Patienten werden aufgenommen, wie kommt man dorthin und was reizt ihn an dieser Aufgabe? Franz Lutz, Oberarzt und Leiter der Station 1a, hat uns einige Fragen zum neuen Angebot der Hephata-Klinik in Schwalmstadt-Treysa beantwortet.
Die Station ging am 20. März an den Start, Vollbelegung wird es erst ab Sommer 2023 geben. Warum haben Sie sich für diesen Weg entschieden?
Wir haben bereits viel Erfahrung in der Behandlung von Menschen mit Mehrfachbehinderungen und Epilepsie sammeln können. Wir wissen, wie wichtig und zeitintensiv gerade bei diesen Patienten eine individuelle und qualitativ hochwertige Therapie ist. Dafür ist es grundlegend, dass Abläufe und das Team der neuen Station gut eingespielt sind. Deshalb starten wir mit einer Teilbelegung.
Können Patienten aus dem ganzen Bundesgebiet aufgenommen werden oder nur aus Hessen?
Patienten können aus allen Bundesländern zu uns kommen. Denn insgesamt gibt es noch viel zu wenige Angebote wie dieses in Deutschland.
Wie sind die Zugangsvoraussetzungen?
Ist die Einweisung durch einen niedergelassenen Facharzt nötig oder auch durch den Hausarzt möglich?
Eine Überweisung durch den Hausarzt ist ausreichend. So können wir uns im Vorfeld anhand von Vorbefunden und Therapien betreuender Kollegen bereits ein Bild machen.
Ab welchem Alter können Menschen mit Behinderung auf der Station behandelt werden?
Grundsätzlich behandeln wir Erwachsene ab 18 Jahren – in medizinisch begründeten Einzelfällen, die von Patient zu Patient zu entscheiden sind, auch Betroffene ab 16 Jahren.
Können Angehörige oder Betreuer mit aufgenommen werden?
Dies ist aus Platzgründen nicht grundsätzlich möglich. Auf dem fußläufig zehn Minuten entfernten Stammgelände der Hephata Diakonie stehen verschiedene Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten zur Verfügung. Nur in medizinisch begründeten Ausnahmen können Angehörige und Betreuer bei den Patienten in der Klinik übernachten.
Was hat Sie an dieser neuen Aufgabe besonders gereizt? Weshalb haben Sie sich dafür entschieden?
Patienten mit Behinderungen liegen mir sehr am Herzen. Und mich hat schon immer die fachliche Pionierarbeit gereizt. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass mir die Stelle des Oberarztes für die Station angeboten wurde. Die Hephata-Klinik vereint viel Erfahrung in der Behandlung von Menschen mit Behinderungen mit einem hohen, medizinischen Niveau sowie einer persönlichen und familiären Atmosphäre. Das wirkt sich für die Patienten und die Mitarbeiter sehr positiv aus.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft: Für die Station? Für Ihre Patienten?
Diese Station wird dazu beitragen, eine Versorgungslücke für Menschen mit Mehrfachbehinderungen und Epilepsie zu schließen, die lange auf dieses Angebot gewartet haben. Ich hoffe, dass wir damit den Betroffenen und ihren Angehörigen eine bessere Lebensqualität und -perspektive ermöglichen können.
Interview zusammengefasst von
Doris Wittig-Moßner